Poetry Slam!

Diffuse Zeitgeistkritik,
obskure Prosalyrik
mit erzwungenem Weitblick
bei Trivialthematik.

FICKEN! FICKEN! FICKEN! FICKEN!
Irgenwas mit Facebook,
Sternenstaub.

Männer und Frauen –
Hahaha!
Alltägliche Peinlichkeiten –
Hahaha!
Ich hab immer Pech –
Hahaha!
So genannte Unterschicht –
Hahaha!

Gefühlswelt,
Phantasie,
Schwärmerei,
Träumerei,
Kindheit,
Lebensziele,
Individualismus,
Andersartigkeit,
Selbstverwirklichung,
Zwänge,
Sachzwänge,
Entfremdung,
Arbeit,
Etikette,
Traditionen,
DIE Gesellschaft,
Politiker,
Steuern,
Benzinpreise,
Deutsche Bahn, Deutsche Post, Deutsche Bank, RTLII, neun live, BILD, GEZ, GEMA, Promis, Junglecamp, Discounter, Coffee to go, Coffee shop, Gentrification, Gamification, bei Chai Latte chillende Atzen,
sieh’ sie dir an, sieh’ sie dir an, sieh’ sie dir an!

Selbstwahrnehmungsavantgarde.
Unverbindlichkeitskünstler.
Bionadebourgeoisie.
Häkelmützenspießer.
Wertekonservative Ideenlosigkeit.
Ideelle Inkonsequenz durch verbale Inkontinenz geäußert.
Aufgesetzte aufgesetzt-intellektuelle Schwermut.
Wortreich.
Statt Rückgrat heiße Luft des selbst angedichteten Dichter-Pathos, frei schwimmend in der Wettbewerbslogik des Marktsegments der unter 35-jährigen Kulturschnösel.

Und vor allem:

FICKEN! FICKEN! FICKEN! FICKEN!
Irgenwas mit Facebook,
Sternenstaub.
Poetry Slam!