Ein Lebenszeichen oder: Huch, ich hab ja noch diesen Blog im Internet rumliegen…

Ich hoffe inständigst, dass niemensch nur über diesen Blog Kontakt zu mir hat und sich deswegen sorgen müsste, dass mir seit Juni 2015 etwas zugestoßen sein könnte, das meine irdische Existenz beendet hätte. Um diese ohnehin schon unwahrscheinliche Situation zu verunmöglichen, liefere ich unter anderem deshalb hier mal ein kurzes Lebenszeichen ab. But wait, there’s more! „Ein Lebenszeichen oder: Huch, ich hab ja noch diesen Blog im Internet rumliegen…“ weiterlesen

Blickdiagnose: „Türke“

Schubladendenken
Foto: G. Kraftschik CC-BY

[Content Note: Rassistsische Sprache]

[tl;dr] Die Art und Weise, wie eine „biodeutsche“ kollektive Identität konstruiert wird, führt notwendigerweise dazu, dass Rassismen entstehen und diese dann nicht als solche erkannt werden, weil sie als gewöhnlich, banal und unverfänglich gelten.

Disclaimer: Ich bin in aller Regel nicht von Rassismus betroffen und verfüge über die meisten Privilegien, die unsere Gesellschaft bereithält. Unter diesem Vorzeichen sind meine Gedanken und Beobachtungen zu verstehen, auf jeden Fall nicht als Versuch, stellvertretend und verallgemeinernd Rassismus zu erklären oder individuelle Rassismuserfahrungen zu verneinen.

In letzter Zeit sind mir immer wieder einzelne Gespräche mit Personen aus meinem Umfeld ziemlich sauer aufgestoßen. In dem Moment, in dem die jeweils problematischen Äußerungen fielen, verfügte ich weder über die notwendige Ruhe noch die angemessenen Worte, um meine Bauchschmerzen zu artikulieren. Deshalb habe ich mir darüber Gedanken gemacht, was den jeweiligen Äußerungen gemein ist, was sie implizieren und aussagen und was sie für eine Wirkung entfalten (also: welche Kackscheiße sie reproduzieren). Einige Beispiele: „Blickdiagnose: „Türke““ weiterlesen

Liebe Gruftis, ihr seid nicht unpolitisch!

CC-BY-SA 2.0 Brett L.
CC-BY-SA 2.0 Brett L.

[tl;dr] Viele Gruftis nehmen für sich in Anspruch, „unpolitisch“ zu sein. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass die Schwarze Szene – so wie sie gestrickt ist – gar nicht „unpolitisch“ sein kann. Damit wird sie für inhaltlich-politische Kritik greifbar, was angesichts ihrer durch das „unpolitisch“-Label ermöglichten Rechtsoffenheit bitter nötig ist.

Der Vorwurf, der sich an viele Gruftis richtet, politisch – vorsichtig ausgedrückt – zumindest rechtsoffen zu sein, erfährt von diesen regelmäßig scharfe Ablehnung. Mit dieser Ablehnung geht oft eine Weigerung einher, sich mit der geäußerten Kritik inhaltlich zu befassen, indem sie (vermeintlich) kategorisch obsolet gemacht wird: „Wir können nicht rechts sein, wir sind unpolitisch.“ Ehe also die Angesprochenen sich mit ihrer Verortung innerhalb einer Ideologie-Heuristik (hier: dem Links-Rechts-Schema) beschäftigen können, müssen diese zunächst begreifen, dass sie politisch sind. Ob sie es wissen bzw. wollen oder nicht.

Was heißt hier ‚unverkrampft‘?

CC-BY-SA 2.0 K. van RYSWYK>
CC-BY-SA 2.0 K. van RYSWYK>

[tl;dr] Der Ausdruck vom „unverkrampften Patriotismus“ transportiert die durch eine Metapher gekennzeichnete Ablehnung des gefühlten Ist-Zustandes („verkrampfter Patriorismus“) und damit die Forderung nach einem unangreifbaren, emotionalen, positiven Bezug zur eigenen Nation. Mit anderen Worten: Bullshit.

Spätestens seit der FIFA Fußballweltmeisterschaft der Herren 2006, die in der Bundesrepublik Deutschland ausgetragen wurde, gibt es hierzulande einen vergleichsweise breiten Diskurs darüber, wie diese Deutschen denn zu ihrem Land stünden und wie es sich – sooo lange nach dem Krieg – für sie schickt, dieses Verhältnis auszudrücken. Die Phrase vom „unverkrampften Patriotismus“ erlangte recht zügig eine bedeutende Stellung im Diskurs und etablierte sich als Schlagwort. Aber ist unverkrampft auch unproblematisch? (Wohl eher nicht, sonst gäbe es diesen Beitrag nicht…)

„Was heißt hier ‚unverkrampft‘?“ weiterlesen

Der lange Weg zur Mitte

CC BY 2.0 kenjoey
CC BY 2.0 kenjoey

Titel: Der lange Weg zur Mitte. Konstruktionsstrategien des Begriffs ‚politische Mitte‘ und seine Verwendungskontexte
Hochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Art: Bachelorarbeit
Datum: 10.06.2014
Umfang: 41 Seiten
URN: urn:nbn:de:bsz:16-heidok-201815

Download (via heiDOK)
Informationen für Zitate (Eintrag heiDOK)

„Der lange Weg zur Mitte“ weiterlesen